Suchbegriff eingeben...
Alle Praxis-Helfer Kostenlos

BMI-Rechner (Essstörungen)

Berechne den Body-Mass-Index (BMI) zur Einschätzung von Untergewicht und Diagnostik von Essstörungen (z.B. Anorexia nervosa, ICD-10 F50.0).

BMI berechnen

BMI-Grenzen bei Erwachsenen (WHO / ICD-10)

KategorieBMI (kg/m²)Klinische Relevanz
Extreme Anorexie< 15,0Oft lebensbedrohlich, stationäre Behandlung indiziert
Anorexia nervosa Kriterium< 17,5ICD-10 F50.0 Hauptkriterium
Untergewicht17,5 - 18,4Beobachtungsbedürftig
Normalgewicht18,5 - 24,9Keine Auffälligkeiten
Übergewicht (Präadipositas)25,0 - 29,9Leicht erhöhtes Risiko
Adipositas Grad I30,0 - 34,9Mäßig erhöhtes Risiko
Adipositas Grad II35,0 - 39,9Stark erhöhtes Risiko
Adipositas Grad III≥ 40,0Sehr stark erhöhtes Risiko

Diagnostik von Essstörungen (ICD-10 F50.0)

In der Psychotherapie ist die exakte Bestimmung des Body-Mass-Index (BMI) ein zentraler Baustein bei der Diagnostik von Essstörungen. Insbesondere bei der Anorexia nervosa (Magersucht) fordert die ICD-10 (Weltgesundheitsorganisation) spezifische, alterskorrelierte BMI-Grenzwerte.

Warum ein spezieller BMI-Rechner für Psychotherapeut:innen?

Normale BMI-Rechner im Internet sind für die Allgemeinbevölkerung konzipiert und geben oft nur "Untergewicht" oder "Normalgewicht" aus. Für die Stellung der Diagnose F50.0 oder die Einleitung stationärer Maßnahmen (z.B. Klinik-Einweisung bei kritischem Untergewicht) benötigen Behandler:innen jedoch genaue klinische Schwellenwerte, beispielsweise den BMI-Wert von 17,5 kg/m² als klassisches ICD-10 Kriterium für Anorexie bei Erwachsenen.

  • Diagnosesicherung: Ein BMI ≤ 17,5 kg/m² (oder unter der 10. Altersperzentile bei Kindern/Jugendlichen) gilt nach ICD-10 als deutliches Untergewicht.
  • Verlaufsdokumentation: Bei der Erstellung des Berichts an den Gutachter (PTV 3) ist der dokumentierte Gewichtsverlauf und aktuelle BMI essenziell.
  • Risikoeinschätzung: Ein extrem niedriger BMI (z.B. < 15 kg/m²) kann lebensbedrohlich sein und erfordert rasches Handeln im Praxisalltag.

Hinweis zur Nutzung

Dieser Rechner ersetzt keine ärztliche oder fachpsychotherapeutische Diagnostik. Bei Kindern und Jugendlichen (unter 18 Jahren) sind alters- und geschlechtsspezifische BMI-Perzentilen (z.B. nach Kromeyer-Hauschild) heranzuziehen, da sich der Körper in der Wachstumsphase befindet. Die hier errechneten Werte gelten primär für Erwachsene.

Wie sollte der BMI klinisch eingeordnet werden?

Der BMI ist ein wichtiger, aber begrenzter Marker. In der Psychotherapie sollte er nie isoliert interpretiert werden. Entscheidend sind zusätzlich Gewichtsverlauf, Essverhalten, Körperschemastörung, kompensatorisches Verhalten, körperliche Risiken, Komorbiditäten und die aktuelle Motivation zur Behandlung.

Gerade bei Essstörungen ist der Verlauf oft aussagekräftiger als ein einzelner Wert. Ein BMI im Grenzbereich kann bei schnellem Gewichtsverlust, Ausbleiben der Menstruation, Elektrolytproblemen oder ausgeprägter Körperschemastörung klinisch hoch relevant sein.

Dokumentation im Bericht

Für Gutachterberichte und Verlaufsdokumentation sollte der BMI nachvollziehbar mit Größe, Gewicht, Datum der Messung und klinischer Einordnung dokumentiert werden. Sinnvoll ist außerdem, Schutz- und Risikofaktoren festzuhalten: medizinische Mitbehandlung, Einsichtsfähigkeit, familiäre Unterstützung, Suizidalität, Selbstverletzung und somatische Warnzeichen.

Wann ist besondere Vorsicht geboten?

  • Bei sehr niedrigem BMI oder raschem Gewichtsverlust.
  • Bei Kreislaufproblemen, Synkopen, Elektrolytauffälligkeiten oder Bradykardie.
  • Bei Jugendlichen, weil alters- und geschlechtsspezifische Perzentilen nötig sind.
  • Bei gleichzeitiger Suizidalität, Selbstverletzung oder schwerer Depression.